Lena Gebhardt

Lena Gebhardt

Porträtfoto oben: © Evrim Bilkur Kuppe

Wildes Weises Weib —

verkörpert Gemeinschaftswissen & lebt Liebesforschung hautnah

Wer bin ich? Ein Individuum & wo sind wir doch alle gleich, Menschenwesen, Kinder & Eltern. Wie lässt sich das Selbst beschreiben, ermessen & wiedergeben.

Sich vorstellen, mich vorstellen. In Zahlen & Fakten als Lebenslauf – chronologisch?!
Als Lebensgeschichte in Ausschnitten? Was war wesentlich? Wie lässt sich das wieder- geben, das Leben selbst? Was ist relevant und erscheint mitteilenswert?

Das liebste Kennenlernen ist mir der persönliche Kontakt und ich freue mich hier einige Ausschnitte meines Lebens schriftlich wieder zu geben, mit meiner Scham sichtbar zu werden, mich darzustellen und gleichzeitig neugierig machen, Vertrauen wecken und eine Brücke herstellen, die direkte Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Geburt
KINDHEIT
JUGEND
AUSBILDUNGSJAHRE & STUDIUM
Mein WEG in Gemeinschaft…
MUTTERSCHAFT
FRAUEN
PARTNERSCHAFT
AUS-, FORT & WEITERBILDUNGEN

Geburt

Lena Kathrin Gebhardt, *1984 in Bruchsal in Baden- Würtemberg geboren.

Als Kaiserschnitt musste ich das wesentliche Erlebnis entbehren, den Geburtskanal meiner Mutter zu durchdringen. Statt dessen wurde mir die Erfahrung geschenkt per Kaiserschnitt aus dem Mutterleib geholt zu werden. Dieses einschneidende Ereignis in den ersten Minuten meines Lebens ist prägend für viele meiner Lebensmuster. Es hat mich die Sehnsucht gelehrt mich mit jedem Lebensabschnitt immer wieder neu und tiefer ins Leben hinein gebären zu können.

KINDHEIT

Bis zu einem Brand in einem Häuschen in Freudenstein im Alter von 1 1/2 Jahren lebten wir, meine Eltern mit mir, in einer Wohngemeinschaft. Der anschließende Umzug brachte uns in ein kleines Dörfchen namens Ruit mit ca. 750 Einwohnern. Meine Mutter mit strahlend blauen Augen und einem weiten Herz und geistreichen Kopf ist gelernte Jugend- und Heimerzieherin, wir arbeiteten in unterschiedlichen Zeitsträngen für den gleichen Träger und in meiner Kindheit arbeitetet sie lange als Verkäuferin in einem Naturkostladen namens “Kornblume”.

Mein Vater als Berufsmusiker musizierte als Kontrabassist in verschiedenen Arrangements zeitweilig auch mit den Sinti & Roma, die immer wieder bei uns Zuhause einkehrten. Als erstes Kind meiner Eltern wurde mir viel Liebe zuteil, meine Schwester ist vier und mein Bruder sechs Jahre jünger. Mein Vater lehrte mich die Liebe zur Natur, durch die Streifzüge durch Wald und Wiesen und das gemeinsame Holz machen, da wir in unserem Elternhaus ausschließlich mit Holzöfen heizten. Das war für meine Generation durchaus unüblich.

Bereits als Kind war mir klar, dass unsere Familie anders war als der Mainstream. Einer meiner Kindheitswünsche war es endlich auch Weißbrot essen zu können, eine Satellitenschüssel und eine Zentralheizung wie alle Anderen zu haben.

Meine Mutter bekehrte sich als ich acht Jahre alt war zum freichristlichen Glauben, ich selbst hatte im Alter von neun Jahren ein starkes Lichterlebnis, nachdem ich am Morgen im Kindergottesdienst eine Geschichte von Jesus gehört hatte und ihn als treuen Freund in mein Leben einlud.

JUGEND

Meine Eltern stritten viel. Die Spannungen waren zunehmend unerträglich seit meine Mutter sich der örtlichen christlichen Glaubensgemeinschaft angeschlossen hatte. Mein Vater Musiker mit Leib & Seele war das andere Extrem. Im Alter von 12 Jahren, mit aufkeimender Sexualität erfuhr ich, durch die Schulaufgabe einen Biografie Baum zu erstellen, von meiner Mutter vom komplexen familiären Hintergrund.

Ich selbst war zu der Zeit viel in christlichen Zusammenhängen u.a. dem CVJM und anderen Vereinigungen wie z.B. den JesusFreaks unterwegs und lass die Bibel. Nebendem ich auch eine weltliche Teenie-Zeit mit Cliquen, Alkoholexzessen und Diskobesuchen durchlebte. In der Schule gehörte ich zu den coolen Kids, begann früh zu rauchen und engagierte mich sozial – als Klassen & Schülersprecherin. Die Spannung zwischen diesen unterschiedlichen Welten war vordergründig.

AUSBILDUNGSJAHRE & STUDIUM

Gerade 18 Jahre geworden heiratete ich meinen damaligen Freund und zog aus dem Elternhaus aus, die Ehe hielt kaum 2 Jahre. Meine Eltern trennten sich wenige Monate nachdem ich ausgezogen war. Für deren Verbindung war ich aus meiner Perspektive wesentliches Bindeglied. Ich begann eine berufsbegleitende Ausbildung als Jugend- und Heimerzieherin, wie meine Mutter und begleitete schwererziehbare jugendliche Mädchen, die nur wenige Jahre jünger waren als ich Selbst. Im Bildungszentrum Schloss Flehingen der Ausbildungsstätte für die berufsbegleitende Ausbildung, durchlebten wir als Ausbildungsgruppe eine Vielzahl an persönlichkeitserweiternden Erfahrungen, es war wahrhaft eine Ausbildung mit Herz und Verstand.

Mit Anfang 20 begann ich in verschiedensten therapeutischen Settings auf die Suche nach den zugrundeliegenden Ursachen für meine spannungsvolle Innen- & Beziehungswelten zu gehen.

Dabei machte ich mich unteranderem auf den Weg zu meinem ehemaligen Kindergarten in Kleinvillars, den ich im Alter von ca. 3 Jahren in meiner Kindheit besucht hatte. Dort traf ich eine Erzieherin an, die mich zwar nicht persönlich kannte, aber schon von mir gehört hatte. Sie begrüßte mich mit “Ah, dann bist du die Lena?!.” Das war ein sehr prägender Moment auf der Sinnsuche zu mir Selbst. Die dortige Leiterin hielt, mich auch nach 20 Jahren immer noch in lebhafter Erinnerung als weltoffenes & naturverbundenes Kind.

Im Gegensatz zur Ausblidung war das Studium der Bildung und Erziehung an der Fachhochschule zur Kindheitspädagogin ernüchternd. Die Wissensinhalte wurden abgespalten von deren Inhalt vermittelt, Theorie & Praxis widersprachen sich vehement. Mein Wahrheits- & authentizitätsliebendes Wesen rebellierte gegen das herrschende System. Es benötigte einige Anläufe den offensichtlichen Widersprüchen zum Trotze das Studium zu einem für mich stimmigen Abschluss zu führen. Zu der Zeit war ich bereits in Kontakt mit dem Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung kurz ZEGG – über das ich dann das Studium abschloss mit der Bachelorarbeit mit dem Titel: “Kinder in Gemeinschaft – Vision und Wirklichkeit Sichtweisen im Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung”.

Mein WEG in Gemeinschaft…

Direkt von einer Schafsalp im Tessin mit meinem Partner reisten wir im Herbst 2011 zu einem Infowochendende nach Bad Belzig ins Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung. Mit dem Gemeinschaftskurs 2012 begann dort ein organisches Wachsen am & mit dem gemeinschaftlichen Organismus und dem Projekt ZEGG.

Auch der Blick über den Tellerrand der eigenen Gemeinschaft hinaus hat meinen Horizont enorm erweitert. So durfte ich mich über die Jahre im Arbeitskreis “Soziales” im Global Ecovilliages Network (GEN) Deutschland einbringen und von anderen Gemeinschaften inspirieren lassen.

Nach dem mehr als 7-jährigen Tanz mit dem ZEGG, einem knapp einjährigen Zwischenstopp in einer kleineren Wohngemeinschaft (das wunderschöne Fleckchen “Grützdorf” im Fläming), lebe ich aktuell in der Nachbarschaft eines Projekts genannt “Coolmühle” bzw. Kuhlmühle nahe Wittstock/ Dosse naturnah direkt am See in ländlicher Umgebung und bringe mich in die Selbstversorgung am Ort, durch das Bespielen des gemeinschaftlichen Folientunnel ein.

MUTTERSCHAFT

Das Wirken mit Eltern & Kindern hat dazu geführt – mitunter auch durch die eigene Mutterschaft das Elternwerden als Initiationsprozess zu verstehen. Sowohl für Eltern als auch für Kinder ist Gemeinschaft das einzig sinnvolle Gefäß in Fülle zu gedeihen. In diesem Rahmen durfte ich leitend das Kinderhaus im ZEGG begleiten und zusammen mit anderen Eltern eine gemeinschaftsbasierte Elternschule mit ins Leben rufen. Ich liebe es Räume für Kinder zu kreieren, die ein freies Aufwachsen und Entfalten ermöglichen. Dafür erscheint es mir unabdingbar, auch unter den Erwachsenen kontinuierlich Beziehungsarbeit und Gemeinschaftsaufbau zu leisten. Originalität, Natürlichkeit, Entspannung & Kreatives Schöpferisches Wirken sind meine Quellen. Die sowohl in die Leitung der Kindercamps unter anderem für das Come- Together Song Festival oder den inzwischen 3 begleitenden Sommercamps in der ZEGG- Gemeinschaft eingeflossen sind.

FRAUEN

Das Experimentelle Schaffen & das Erforschen des Weiblichen kamen im Jahr 2019 auf besondere Weisen zusammen in der Begleitung einer aktionistischen Frauengruppe im Rahmen des Pfingstfestivals im ZEGG – mit der Durchführung eines YONIversums. Seither bewegt mich zutiefst der Zusammenhang unseres FrauSeins und der politischen Dimension dabei, sowie unsere Möglichkeiten damit Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen.

PARTNERSCHAFT

In Partnerschaft blicken wir auf gemeinsame Erfahrungen mit der Arbeit von Diana Richardson (Slow Sex), die Initiation in Quodoushka I + II + III – sowie der kosmischen Kobra Atmung I + II und der Arbeit mit Petr Malek in Mystery I+II. Wir hatten sowohl wilde und turbulente Zeiten in der Öffnung der Beziehung, als auch friedliche Phasen mit Fokus auf die Beziehung und aufeinander. Die Ausrichtung auf die Liebe ist eine allgegenwärtige Forschungsreise.

AUS-, FORT & WEITERBILDUNGEN

Körperorientierte systemische Therapeutin (GST Berlin – Gesellschaft für Systemische Therapie und Beratung Berlin)

Kindheitspädagogin (Fachhochschule München)

Jugend- und Heimerzieherin (Bildungszentrum Schloss Flehingen)

Weiterbildungen im Sozialpädagogischen Feld: im Bereich der Hilfen zur Erziehung beim KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg), im Rahmen der Frühen Hilfen die Tandem Plus Fortbildung (Netzwerk Gesunde Kinder), beim Programm „Haus der kleinen Forscher“ des KIT (Karlsruher Institut für Technologie & Umwelt), der Erlebnispädagogik (Toprope Klettern in der Halle mit Gruppen), GSK (Gruppentraining sozialer Kompetenzen -beim Kinderschutzbund Karlsruhe), Biografie & Genogrammarbeit (FoBiS Systemisches Institut für Bildung Forschung und Beratung), Begleitung von Hochbegabten (VHS Karlsuhe), dem „Halprin Life Art Process“ (Anna Halprin), Gestalttherapie in Aktion (Gestaltinstitut Karlsruhe) und Jeux Dramatique, Turnen nach Elfriede Hengstenberg u.a.

Ich bin äußerst dankbar für diesen Moment,

für die Erfahrungen und den WEG der hinter,

aber auch noch vor mir liegt.

Lena Gebhardt